Warum Hersteller keine Agenturen beauftragen sollten, ihre Produktdaten zu pflegen

Der Onlinehandel setzt sich immer mehr als zusätzlicher Vertriebskanal durch. Die Anforderungen an die Produkinformationen steigen rasant. Neben guter Qualität der Bilder und einem hohen Informationsgehalt der Produktbeschreibungen ist die Geschwindigkeit der Aktualisierung der Produktdaten im Markt entscheidend. Für diese Zwecke eingesetzte Agenturen sind vor allem beim Thema Geschwindigkeit kontraproduktiv.

Agenturen sind nicht darauf ausgerichtet, die Partner des Herstellers mit Produktdaten zu versorgen

Viele Hersteller sehen nach wie vor Printkataloge als zentrales Vermarktungsinstrument für ihre Produkte. Oftmals wird daher die Datenkompetenz an Marketing- oder Grafikagenturen ausgelagert. Diese Art der Datenverwaltung entspricht leider nicht den Anforderungen des Onlinehandels, der nicht in Katalogzyklen funktioniert, sondern von Geschwindigkeit und Flexibilität lebt.

Sehr häufig haben solche Agenturen die Rechte über die Produktdaten und Produktbilder, was dazu führt, dass ein Hersteller bei jeder Neulistung gezwungen ist, die Agentur zu beauftragen, dem neuen Partner die Produktdaten zu Verfügung zu stellen. Nicht selten verlangen Agenturen für neue Partner zusätzliche Gebühren für Nutzungsrechte der Daten oder für die technische Anbindung. Aus dem Versuch schnell Produkte einzulisten, wird eine komplizierte Entscheidung oder ein IT-Projekt.

Eine Kooperation mit Agenturen führt in der Regel dazu, dass Hersteller anfangen, Daten im Unternehmen parallel in Excel zu pflegen, um ihre Handelspartner flexibel mit Produktdaten versorgen zu können. Das Ziel, mit einer Agentur die Verwaltung und Verteilung der eigenen Produktdaten zentral zu organisieren, wird dadurch verfehlt.

 

Folgeaufträge werden richtig teuer

Hersteller, die erste Schritte in Richtung Ecommerce wagen, sollten vermeiden in dieser Phase exklusive und damit unkalkulierbare Kooperationen mit Agenturen einzugehen. Sind die Einstiegskosten solcher Kooperation am Anfang bekannt, zeigt die Erfahrung, dass Folgekosten in der Regel nicht in die Buy-Entscheidung eingeplant werden können, da sie schlicht und einfach nicht bekannt sind. Neue Handelspartner und neue Anforderungen an die Daten kommen erst mit der Zeit hinzu. Für die Agenturen sind die Folgeaufträge das eigentliche Kerngeschäft, an dem sie überdurchschnittlich hoch verdienen.

 

Einfache und kalkulierbare SaaS-Lösungen für den Start in den Ecommerce

Um zu Starten und erste Erfahrungen zu sammeln, reichen kleine webbasierte Lösungen mit einer klaren Kostenstruktur. Sie sind in der Regel einfach, intuitiv zu bedienen, bieten nur wenige Funktionen und sind vor allem eines, sie sind kalkulierbar. Bestimmte Aufgaben können in dieser Phase auch händisch erledigt werden. Auf diese Weise haben Hersteller die Möglichkeit zu lernen, worauf es tatsächlich ankommt und wo der größte Druck liegt. Aus diesen Erkenntnissen lässt sich deutlich einfacher ableiten, wo und wie die größten Probleme technologisch gelöst werden können. Eine Anschaffung komplexerer Lösungen im späteren Verlauf ist dadurch spürbar einfacher, weil die Anforderungen bekannt sind.


Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist ein einfacher Umstieg auf eine komplexere und anspruchsvoller Software. Zum einen, weil die Mitarbeiter die neue Software besser akzeptieren. Sie kennen ja die Probleme und wissen, warum die neue Software angeschafft wurde. Zum Anderen lassen sich die Daten aus einem einfachen System in ein komplexes deutlich schneller transferieren.


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